Montagmorgen – dieser Begriff steht für all jene Montage, an denen ich morgens eigentlich nichts vorhatte. Aber ehrlich: Ob Montag oder Dienstag, was soll’s? Der Montag ist einfach der Tag nach dem Sonntag. Und am Sonntag war das Leben noch einfach. Da hatte ich Zeit. Da musste ich nicht arbeiten.

Doch am Montag wartete der Termin, zu dem ich musste. Plötzlich musste ich nachdenken: Wie lang ist der Weg? Wo genau muss ich hin? Wann muss ich los? Was muss ich mitnehmen? All das erzeugt Stress. Aber was will man sonst im Leben?
„Montagmorgen“ ist also eine Metapher. Es geht darum, dass man irgendwann das Haus verlassen muss, um etwas außerhalb zu erledigen. Statt einfach zu Hause zu bleiben, Kaffee zu trinken, mit der Partnerin zu sprechen, zu telefonieren, im Internet zu surfen oder in Social Media zu versinken. Auch so vergeht die Zeit – nur erledigt man nichts.
Deshalb ist es gut, wenn man ab und zu aus dem Haus geht, externe Ziele ansteuert. Ein gelingendes Leben heißt doch: Ziele erreichen. Oder?
Wir müssen uns klarmachen: Es ist nicht schön, dauerhaft ohne Ziele zu leben. Aber wenn man Ziele hat, muss man Schritte in ihre Richtung tun. Und das ist Arbeit – keine Freizeit.
Montagmorgen ist es wieder so weit. Nachdem man den Sonntag verbummelt hat, muss der Montag bewältigt werden. Diesmal war es ein Freitag, an dem ich dieses Muster unterbrechen musste: Ich bin zum Seminar gegangen. Obwohl ich es knapp halten wollte, war ich zehn Minuten zu früh. Also hatte ich Zeit, eine Steckdose zu suchen.